Wunder


Palacio_24175_MR1.inddAugust ist ein ganz normaler 10jähriger Junge und doch wieder nicht. Sein Gesicht ist von Geburt an so verwachsen und entstellt, dass er von Fremden immerzu angestarrt wird und er sich am liebsten zuhause versteckt. Doch nun ist es so weit: Er soll endlich zu einer öffentlichen Schule gehen. August hat furchtbare Angst davor– werden die anderen Kinder ihn auslachen und mit dem Finger auf ihn zeigen?

„Rattenjunge. Missgeburt. Monster. Freddy Krueger. E.T. Ekelfresse. Eidechsengesicht. Mutant. Ich kenne diese Namen, die sie mir geben. Ich bin auf genug Spielplätzen gewesen, um zu wissen, dass Kinder gemein sein können. Ich weiß, ich weiß.“

Das Buch WUNDER spielt in New Yorck und handelt von dem zehnjährigen Jungen August. Er hat ein bestimmtes Syndrom, was bedeutet, dass sein Gesicht ‚anders’ aussieht. Er ist schon oft operiert worden, aber im Gesicht sieht er immer noch aus wie ein Monster zu Halloween. Er wird auf Spielplätzen, auf der Straße und eigentlich überall angestarrt. Er soll in die fünfte Klasse kommen, doch er war noch nie auf einer Schule. Seine Mutter hat ihn vorher zuhause unterrichtet, aber jetzt will sie ihn auf die Beecher Prep schicken. August hat große Angst davor und versucht, das zu verhindern, aber es gelingt ihm nicht. In der Schule erlebt er dann alles, was er schon von der Straße kennt: Die „ganz-schnell-weg-Gucker“…usw.

Doch dann trifft er Summer. Sie hilft ihm durch den Schulalltag zu kommen und ist am Anfang seine einzige Freundin. Sie ist auch die Einzige, die mit ihm spricht. Sonst will keiner mit ihm reden. Alle vermeiden es, ihn anzusehen und haben Angst davor, ihn zu berühren. Doch Summer macht sich nichts daraus, sie sitzt jeden Tag beim Essen mit August an einem Tisch. Das beweist, dass es eigentlich egal ist, wie man aussieht, man kann auch so nett sein. Denn schon nach ungefähr zwei Monaten an der Beecher Prep ist August ein fast ganz normaler Schüler. Und auch gar nicht so unbeliebt…

Die Autorin Raquel J. Palacio hat bisher in einem Verlag als Art Direktorin gearbeitet und Buchcover gestaltet. Eines Tages hat sie vor einer Eisdiele einen Jungen wie August getroffen und beschlossen, seine Geschichte zu erzählen. WUNDER ist ihr erstes eigenes Buch.

Ich finde das Buch gut, weil es sehr emotional geschrieben ist und uns ein Einblick in eine Welt gibt, die wir gar nicht kennen. Wir sind ja auch normal und haben ein normales Gesicht. Das Buch ist aus verschiedenen Perspektiven geschrieben, z.B. aus der von Via (die große Schwester) oder der von Miranda (Freundin von Via), dadurch ist es auch sehr spannend. Ich habe sehr lange gebraucht, um das Buch zu lesen, weil man nach jeder Seite denkt: Was muss August aushalten oder auch ertragen. Ich finde das Buch aber nicht deprimierend, sondern eher ermutigend, weil August so tapfer ist und mit seiner schwierigen Situation gut umgeht. Vieles ist auch sehr lustig, z.B. gibt es eine ständig pupsende Kinderschwester. Der Satz aus dem kleinen Prinzen (von ANTOINE DE SAINT-EXUPÉRY), der in dem Buch zitiert wird, passt sehr gut zur Geschichte: „Hier ist mein Geheimnis. Es ist ganz einfach: Man sieht nur mit dem Herzen gut. Das Wesentliche ist für die Augen unsichtbar.“

Raquel J. Palacio, Wunder, Hanser 2013, ab 10 Jahren, € 16,90

Gustav Wallgren, 11 Jahre

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10 Gedanken zu „Wunder

      • Lieber Gustav, ich habe eben im Magazin der Deutschen Oper das Gespräch über „Kannst du Pfeifen, Johanna, “ gelesen, wo du beteiligt warst.
        Ich habe richtig Lust im Dezember mit meiner Enkelin Laura (die im Oktober 6 Jahre wird) das Stück anzuschauen und anzuhören. Du bist mit einem roten Pulli abgebildet. Erst als ich deinen Namen las, habe ich dich auch auf dem Bild erkannt. Daraufhin habe ich gleich versucht dich zu „googeln“. Ich finde es toll, an welchen Dingen du dich beteiligst. Ob du dich noch an mich erinnern kannst? Ich war mal deine Religionslehrerin in der Mühlenau-Grundschule. Außerdem kennst du meinen Sohn Florin, der ja wohl recht gut schwedisch spricht. Herzliche Grüße an dich, und deine Familie von Hanne Zepernick.

  1. „Das wesentliche ist für die Augen unsichtbar“, diese Zeile gefällt mir sehr und ist bestimmt eine gute Lehre für unser Zeitalter. Ich finde es auch besonders gut, dass die Tipps von Kindern geschrieben werden. Als Grundschullehrer sollte ich hier mal oefter vorbeischauen.

  2. Pingback: Kinderliteratur – Kinderbuch Empfehlung der KinderBuchExperten | August, Buch, WUNDER, Gesicht, Kinderliteratur, Geschichte | ytti

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