10 Minuten Dings


10 Minuten DingsKann man Vornamen verzaubern, ein Wolkentagebuch führen oder Zungenbrecher selbst schöpfen?  Hört sich ein bisschen verrückt oder schwierig an. Ist es aber nicht, wenn man eine gute Anleitung bekommt…

Bist du nicht gescheit, doch klug? Liebst du den Gedankenflug? Kritzelst du mit linker Hand, gern auf kritzelfreie Wand? Bist du gern nicht ganz bei Trost? Sagst du gern zum Müsli Prost? (…)

Kannst du „Ja“ auf diese Fragen, klar und laut und deutlich sagen, dann, ja dann, Gedankenstrich – dann ist dieses Buch für dich.

„10 Minuten Dings“ ist ein Spiel, das so geht: Man stellt sich 10 Minuten lang vor, in dieser Zeit besonders schreckhaft, albern oder traurig zu sein. Und plötzlich verwandelt sich alles um einen herum, die Welt fühlt sich 10 Minuten lang ganz anders an. Wenn man in dieser Stimmung eine Geschichte schreibt, kommt wahrscheinlich etwas Albernes oder Unheimliches dabei heraus.

Das Sprachmachbuch gibt viele Tipps, wie man mit Sprache basteln oder mit wenig Aufwand und viel Fantasie Geschichten erfinden und später sogar aufführen kann. Autor Timo Brunke hat viel Erfahrung im spielerischen Umgang mit Sprache: Er ist Poetry-Slammer, d.h. er erfindet Gedichte und Geschichten und trägt sie vor Publikum vor. Dabei kommt es besonders auf den Klang der Wörter an.

Kinder der BLI-Lesegruppen haben verschiedene Spiele aus dem Buch ausprobiert, z.B. Vornamen verzaubern. Die Aufgabe ist: Pro Anfangsbuchstabe seines Vornamens zwei oder drei Wörter zu sammeln. Zuerst kauen Paul, Nico, Kating und Roderick nachdenklich auf ihren Stiften, aber dann beginnen sie zu schreiben und irgendwann purzeln die Wörter nur so aus ihnen heraus:

„Mein Name ist Paul, ich hab mit meinen Anfangsbuchstaben so Wörter gemacht. Da habe ich bei P: Pinsel, Pirna, Passau. Bei A habe ich Apfel, Ahlen, Argentinien, U: Uganda, Uranus, Ulm, bei L: Lunge Lorbeerkranz, Linde.“

„Ich heiß ja Roderick: Rot, Ruß, Osten. Onkel, der Delikatesse, Essen, Essig, Ronaldo ich, Igel, Clown, Klo.“

Das Wörter-Sammeln hat Spaß gemacht und noch mehr Spaß macht es, aus den Namensbuchstaben eine Geschichte zu schreiben. Bei Nico hört sich das so an:

„Eines Tages schnüffelte die Nase das Nashorn an. Das Nashorn war nass. Dann kam die Nonne. Sie flog auf den Neptun. Dort traf sie den Igel. Der Igel bekam Angst und flog nach Indien. Igitt schrie der Igel. Er war nicht in Indien, sondern auf dem Io.“

Vielleicht wisst ihr nicht, was Io ist: Es handelt sich dabei um einen Mond des Planeten Jupiter. Manchmal findet man auch im Alltag so besondere Wörter. „Super-Wörter“ nennt Timo Brunke sie, und er macht den Vorschlag, eine Zeitlang die Augen und die Ohren aufzusperren und sich als Wortsammler zu betätigen. Paul hat das ausprobiert:

„Also ich hab zwei Wochen lang außergewöhnliche und seltene Wörter gesammelt und jetzt trag ich die mal vor: Goldrichtig, Gülle, Schwips, ofenfrisch, Buchenholz, schlackern – Ingwer.“

Wenn euch interessiert, wie sich das anhört, klickt auf die Homepage der BLI, dann könnt ihr einen Radiobeitrag mit vielen anderen Beispielen anhören.

Das Buch „10 Minuten Dings“ hat noch viele andere Spielvorschläge wie das ‚Riech-Spiel’ oder die ‚Super-Helden-Klassensaga’ zu bieten. Es ist eine wahre Fundgrube für Spiele, die zum spielerischen Umgang mit Sprache anregen und im Handumdrehen den Wortschatz erweitern. Die Welt besteht aus Sprache, bau an deiner eigenen! Mithilfe des Buches von Poetry-Slammer Timo Brunke kann jeder zum Dichter werden.

Timo Brunke, 10 Minuten Dings, Klett Kinderbuch Verlag  2013, 19,90 €, ab 9 Jahren

Regine Bruckmann

Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s