„Nerd forever – Im Würgegriff der Schule“ von Manfred Theisen und Fabrice Boursier


nerd-forever_coverIch Nerd ist extrem hochbegabt, trägt eine Monsterbrille und verträgt keine Milch, nur Soda. Aufgrund seiner Begabung muss er nicht zur Schule gehen, sondern sich nur jedes Halbjahr vom Schulinspektor Professor Pisa  testen lassen. Ich Nerd lebt  indoor, zusammen mit seinen 84 Millionen Freunden auf facebook. Die Außenwelt  ist völlig eliminiert. Das ändert sich schlagartig, als seine Schwester Extreme Nerd bei einem Streit seinen Computer schrottet. Eine Katastrophe! Denn wenn Ich Nerd sich einen neuen Computer besorgen will, muss er raus, ins Real Life!

 „Was meinst du mit Real Life?“, fragt mich der Pizzabote. –„Draußen. Die Welt hinter der Tür. Dort, wo Menschen wie Sie leben und Pizzas von einem Ort zum andern fahren.“  Das Gesicht des Pizzaboten ist völlig verzerrt. Vermutlich würdet ihr seinen Zustand baff nennen. Papa geht  zurück in sein Zimmer zu seiner Arbeit, Mama geht zurück in ihr Zimmer zu ihrer Arbeit, nur meine Schwester bleibt und zischt mir fies ins Ohr: „Das wirst du nicht überleben. Da draußen im Real Life lauern Monster.“

Und da hat Extreme Nerd nicht übertrieben. Denn der Pizzabote bringt Ich Nerd nicht zum Computerladen, sondern in eine stinknormale Schule. Der Rollstuhl fahrende Hausmeister Bissig, der in einem Aquarium gefräßige Piranhas züchtet, bringt Ich Nerd in die Klasse von Dr. Bauklo. Dort wird Ich Nerd sofort als neues „Opfer“ des Mobbers Rick ausgewählt. Er landet im Müllcontainer der Schule, er wird angepöbelt, ausgelacht und bei den Lehrern angeschwärzt. Und da Ich Nerd keine Ahnung vom Real Life hat, tappt er in jede Falle seiner Klassenkameraden. Nur die freundliche Bibliothekarin Frau Kastenholz und Nerdine, das Mädchen mit der Playmobilfrisur, halten zu ihm. Doch Ich Nerd lernt schnell. Von Calvin, dem Jungen, der v o r  Ich Nerd das Klassenopfer war, bekommt er kleine blaue Pillen zugesteckt, die ihm helfen sollen, das Schulleben zu ertragen. Die erwecken bei Ich Nerd ungeahnte Kräfte. Er zwingt tatsächlich seinen Erzfeind Rick in die Knie und von dem Tag an wendet sich das Blatt. Ich Nerd hat plötzlich „die Macht“ und spürt eine dunkle Seite in sich wachsen. Als Dark Nerd drangsaliert er nun seinerseits schwächere Mitschüler. Nerdine, das Mädchen mit der Playmobilfrisur, warnt ihn, seine Macht nicht zu missbrauchen. Und auch sein früherer Freund aus dem worldwideweb, Bilbo Beutlin, macht sich Sorgen. Eine völlig absurde und unerwartete Verdächtigung bringt Ich Nerd ins Grübeln. Und so hilft er sogar dem neuen „Opfer“ der Klasse, einen Buchstabierwettbewerb zu gewinnen.

Als nach ein paar Tagen endlich Ich Nerds neuer Computer angeliefert wird, muss er sich entscheiden. Will er zurück in sein altes Leben oder weiter outdoor leben, im Real Life ?

Ein völlig schräges, aber sehr witziges Buch mit komischen kleinen Zeichnungen. Die kommen von dem 15jährigen Schüler Fabrice Boursier aus Langenfeld. Der hatte auch die Idee zu diesem Buch. Bei einem Schreibworkshop lernte er den Autoren Manfred Theisen kennen und aus dieser einmaligen Zusammenarbeit entstand Fabrices erstes Buch. In „Nerd forever“ steckt ganz viel Persönliches von Fabrice. Er ist selbst ein Konsolenfreak, liebt japanische Mangas und zeichnet für sein Leben gern.  Sogar der Name seiner Schule wird im Buch verewigt, was vielleicht nicht alle seine Lehrer freut.

Manfred Theisen, Nerd forever- Im Würgegriff der Schule, cbj 2013,  7,99 €, ab 11 Jahren

Monika Hanewinkel

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