„Gangsta-Oma“ und „Terror-Tantchen“ von David Walliams


Gangsta-OmaFür Liebhaber von britischem Humor, skurrilen Figuren und drastischen Szenen ist der Autor David Walliams bestens geeignet. Auch wenn er an das feine Genie seines Vaters im Geiste Roald Dahl nicht ganz herankommt, schreibt er doch höchst vergnügliche Kinderbücher. In England ist der Autor, der auch als Schauspieler in der Comedy-Serie „Little Britain“ mitspielt, sehr bekannt und erfolgreich.  Nachdem der Aufbau Verlag in den vergangenen Jahren zwei seiner Bücher auf Deutsch veröffentlichte („Gestatten Mr. Stink“, Billionenboy“) bringt der Rowohlt Verlag nun nach und nach einige seiner Bücher heraus, z.B. die „Gangsta-Oma“:

Ben’s Oma ist sicher die langweiligste der Welt. Sie kocht jeden Tag Kohlsuppe, spielt immer nur Scrabble und pupst viel.

„Noch ehe ihm Zeit blieb zu klingeln, öffnete Oma schon die Tür, und ein Schwall Kohlgeruch wehte ihm ins Gesicht, wie eine klatschende Ohrfeige aus Mief.

Bens Oma war so ziemlich genau das, was ihr euch unter einer Oma vorstellt:G-Oma

«Kommen Mami und Papi denn nicht rein?», fragte sie ein wenig enttäuscht. Dies war auch so etwas, was Ben an ihr nicht ausstehen konnte: Dass sie immer mit ihm sprach, als wäre er ein Kleinkind.

Wruuumm-wruumm-wruuuuuuuuuuuuuuuuuuuu mmmmmmmm.

Zusammen sahen sie dem kleinen Wagen hinterher, der über die Fahrbahnhöcker sprang und davonsauste. Bens Eltern verbrachten genauso ungern Zeit mit Oma wie er selber. Ihr Haus kam ihnen nur gerade recht, um ihn freitagabends dort abzusetzen.

«Nein, äh … Tut mir leid, Oma …», stammelte Ben.

«Ach, na ja, herein mit dir», murmelte sie. «Ich habe schon das Scrabble aufgebaut, und zum Abendessen gibt es deine geliebte … Kohlsuppe!»

Bens ohnehin schon langes Gesicht wurde immer länger. O neiiiiiiiiiiiiiiiiiiin!, dachte er.“

Als er eines Tages durch Zufall ihr großes Geheimnis erfährt, kann Ben es zuerst kaum glauben: In Wirklichkeit ist Oma eine berühmte und auf der ganzen Welt gesuchte Juwelendiebin! Ben und Oma planen gemeinsam nochmal einen großen Coup – den Raub der britischen Kronjuwelen. Ben ist begeistert, und es macht ihm deshalb nichts aus, dass er gar keine Zeit hat, sich auf den blöden Tanzwettbewerb vorzubereiten, zu dem seine Eltern ihn zwingen. Wie Ben sich bei dem Wettbewerb blamiert und gleichzeitig mit seiner Oma das größte Abenteuer seines Lebens erlebt, erzählt David Walliams mit typisch britischem Sinn für’s Absurde.

 

Terrortantchen„Terror-Tantchen“

ist das zweite Buch, das der Rowohlt Verlag von David Walliams herausbringt – und diese Terror-Tante spielt eine schreckliche Hauptrolle:

„Habt ihr auch eine Terror-Tante? Eine, bei der ihr nie lange aufbleiben und eure Lieblingssendung im Fernsehen an sehen dürft? Oder eine, die euch zwingt, auch den letzten Löffel ihres ekelhaften Rhabarberaulaufs zu essen, obwohl sie genau weiß, dass ihr Rhabarber nicht ausstehen könnt? Eine Tante, die erst ihrem Schoßhündchen einen dicken, feuchten Sabberkuss gibt und gleich danach euch? Oder futtert eure Tante alle leckeren Pralinen aus der Schachtel und lässt euch nur die widerlichen schwarzen Dinger mit Kirschlikör übrig? Vielleicht verlangt sie auch, dass ihr den schrecklich kratzigen Pulli anzieht, den sie euch letztes Jahr zu Weihnachten gestrickt hat? Der, auf dem vorn in riesi- gen roten Buchstaben steht: «Ich liebe mein Tantchen»? Egal wie schrecklich eure Tante auch sein mag, sie wird nie in der gleichen Terrorliga spielen wie Tante Alberta. Denn Tante Alberta ist die schrecklichste Tante, die je gelebt hat.

Möchtet ihr sie kennenlernen?“

Tante Alberta macht ihrer Nichte Stella das Leben zur Hölle. Um jeden Preis versucht sie dem kleinen Mädchen ihr Erbe abzuluchsen und Herrin des Landgutes Saxby Hall zu werden. Unterstützt wird sie dabei von einem riesigen Uhu, den sie selbst aufgezogen und  – mit einer gewissen Vorliebe für das Deutsche und Theatralische – Wagner genannt hat:

„Wenn Stella ihrer Tante ihr abendliches Glas Sherry brachte, lagen Alberta und Wagner im Partnerlook aus gestreiften Schlafanzügen im Bett und lasen die Tageszeitung. Es war ein bizarrer Anblick. Doch diese Nähe zwischen Mensch und Tier bestand nicht ohne Grund. Denn Tante Alberta hatte ihren Uhu darauf abgerichtet, ihr auf’s Wort zu gehorchen. Ja, sogar darauf, unsagbar Böses zu tun.“

Kindliche Leser fasziniert das Gruselige und Gefährliche in absurder Steigerung, und davon bekommen sie hier mehr als genug. Die tapfere Stella gibt natürlich nicht auf und mit Hilfe eines Geisterjungen besiegt sie nach einer Vielzahl von abenteuerlichen Situationen das Böse. Die Action-Szenen eines möglichen Films hatte der Autor anscheinend schon vor Augen. Aber hier gibt es noch Bilder, tolle Illustrationen des über 80jährigen Illustrators Quentin Blake, der das Terror-Tantchen und ihren Uhu mit seinem berühmten flattrig-dynamischen Strich auf’s Papier wirft – ein 400 Seiten starker Wälzer für Fans von britischer Fantasie. Regine Bruckmann

David Walliams:

Gangsta-Oma, Rowohlt Taschenbuchverlag März 2016, € 14,99, ab 10 Jahren

Terror-Tantchen, Rowohlt Taschenbuch Verlag Juli 2016, € 14,99 ab 10 Jahren 

 Lesung ”Gangsta-Oma”:

20.11.2016, 16.00 Uhr, in Erfurt, Lesung mit Dietmar Bär im Rahmen der Erfurter Herbstlese



Veranstaltungsort:
 Atrium der Stadtwerke ­Erfurt,Magdeburger Allee 34

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